Tour de Landvergnügen durch Deutschlands Norden
Bis an die Küste fuhr Blogger Florian Jacob mit seiner Familie und lernte dabei die Vielfalt der Landvergnügen-Höfe im Norden Deutschlands kennen.
Camping mit Baby, auf dieses Abenteuer ließ sich Reiseblogger Florian Jacob im Frühjahr ein. Denn traditionell feiern er und seine Frau Stella ihren Hochzeitstag unterwegs. Diesmal ist auch Baby Emil mit von der Partie. Die junge Familie wollte nicht erst hunderte Kilometer zurücklegen und entschied sich daher für einen Landvergnügen-Trip mit kurzen Distanzen durch Niedersachsen und Schleswig-Holstein, der quasi vor der Haustür startete.
Die erste Station war der Erlebnishof Lahmann bei Hannover. Die Gastgeber sind unkompliziert und auf Touristen eingestellt, unter anderem gibt es eine Swin Golf Anlage und viele Tiere, ein eigenes Restaurant sowie einen Hofladen. Dort bekommen Stella und Florian kurz vor Ladenschluss gerade noch ein paar Erdbeeren, Marmelade, Schinken und Croissants für ihre Brotzeit. Ihr neues Gadget für die Reise mit Kind: ein steckbarer Babysitz, der das Chaos beim Essen deutlich reduziert.


Bevor sie am Folgetag den nächsten Landvergnügen-Hof ansteuern, legen Baby Emil und seine Eltern spontan einen Stopp beim Verein Aktion Fischotterschutz und seinem Otter-Zentrum Hankensbüttel ein. Auf dem naturnah angelegten Gelände bekommt die Familie Schnucken, Marder und natürlich Fischotter zu Gesicht.


Dann geht es zum Gerkenhof Mertens in Clenze. Seine Backstein- und Fachwerkbauten weckten Kindheitserinnerungen bei Florian. Er sucht sich den spannendsten Stellplatz aus: direkt bei den Wasserbüffeln. Damian, der Bulle, wird nach einer Hofführung durch Gastgeberin Frauke der jungen Familie beim Abendessen zuschauen. Auf dem Grill landen Würstchen aus dem Hofladen und Brot vom Vortag, bevor ein entspannter Tag zu Ende geht.


Von der Büffel-Weide zum Kartoffelacker: Auf Krüger's Hof unweit der Elbe erwartet Florian ein weiter Blick übers Feld. Herzlich wird die Familie empfangen und kommt erstmal an, bevor sie sich im Hofladen umsieht. Nackensteaks aus eigener Haltung landen später auf dem Grill. Dazu gibt es lokales Bier, Kartoffeln und Pesto. "Fast alles ist unterwegs auf unserer Tour zusammengekommen. Nicht groß geplant, nicht vorher im Supermarkt durchgetaktet, sondern unterwegs eingesammelt. Genau das mögen wir an dieser Art zu reisen", schreibt Florian auf seinem Blog.

Nach einem Abstecher in den Möllner Wildpark ist die nächste Station auf der Tour de Landvergnügen der Biohof Hümme. Als Solidarische Landwirtschaft, kurz SoLaWi, baut der Hof bei Ratzeburg Gemüse für die Mitglieder der Gemeinschaft sowie seine Direktkundinnen und -kunden an. Vieles passiert noch in Handarbeit. Der kleine Hofladen funktioniert mit einer Kasse des Vertrauens. Hier gibt es sogar Bananen, natürlich nicht aus eigenem Anbau, aber für Reisende mit Baby gehören sie zur Pflichtausstattung. In den Gewächshäusern testen Stella und Florian ihr Gemüsewissen - und lernen im Gespräch mit den Gastgebern viel Neues dazu.


Endlich angekommen an der Ostsee: Der Lindenhof Broosch ist kein romantischer Stopp versteckt im Hinterland. Er liegt praktisch nahe der Strände von Timmendorf und Scharbeutz, wo die Familie den Blick auf die Ostsee und den feinen Sand zwischen Sonnenschirmen und Strandkörben genießt. Dank des gut sortierten Hofladens, einem Rohmilch-Automaten des nahe gelegenen Milchkuhbetriebs sowie der eigenen Backstube, kommen alle auf ihre Kosten. Vom Stellplatz aus schweift der Blick weit über die Weiden.


Dann geht es wieder ins Landesinnere. Direkt am Kuhstall campen Florian, Stella und Emil auf dem Eichenhof in Grauel. Sie haben sich den Stellplatz auf einer laminierten Karte ausgesucht, die auch anzeigt, welche Bereiche auf dem Milchbetrieb für Camper tabu sind - sehr praktisch, findet Florian. Am frühen Abend schauen die Camper beim Melken zu und lernen wieder etwas mehr über die Herkunft ihrer Lebensmittel. Während die Sonne hinter den Feldern untergeht, genießen sie Nudeln aus dem Hofladen.



Verkehrte Welt erwartet die Camper bei ihrem nächsten Stopp: Während es draußen nach Sommer duftet, stehen sie auf einer Weihnachtsbaumfarm bei Buxtehude. Auf dem Familienbetrieb ist viel los, und so freuen sie sich, als sie einen etwas ruhigeren Platz in der Nähe der Alpakas zugewiesen bekommen. Am nächsten Morgen gönnen sich sich ein Frühstück im Hofcafé von Blümels Hof.



Fast wieder am Beginn ihrer Tour de Landvergnügen angekommen, führt die letzte Station Stella, Florian und Emil zum Spargel- und Beerenhof Heuer. Pünktlich zur Spargelsaison lassen sie sich hier frische Hofküche und regionale Spezialitäten schmecken.


Das Fazit: "Am meisten Spaß macht es, wenn man mit den Landwirtinnen und Landwirten ins Gespräch kommt, ihnen zuhört und lernt. Nicht nur ankommen, hinstellen, schlafen und wieder fahren." Und fürs Reisen mit Baby stellen die Eltern fest: weniger ist manchmal mehr. So hätte der Kinderwagen ruhig zu Hause bleiben können, gebraucht wurde er nur ein einziges Mal.
Mehr über Florians Reisen ins Landvergnügen findet Ihr auf seinem Blog.
