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Interview mit Carolin Engwert : Gärtnern ohne Garten

Carolin Engwert schreibt den Blog Hauptstadtgarten und ist Autorin des Buchs "Indoor Ernte". Im Kurzinterview beantwortet sie die wichtigsten Fragen rund um den Anbau von Kräutern und Gemüse in den eigenen vier Wänden.

Gärtnern ohne Garten – wie geht das und was braucht man dafür?

Carolin Engwert: Ein Indoor-Garten mit essbaren Pflanzen benötigt einen möglichst hellen, eher kühlen Platz. Das kann ein sonniges Fensterbrett idealerweise nicht direkt über einer Heizung sein oder ein Zwischenbrett vor einem Fenster, das nicht regelmäßig geöffnet werden muss. Mit geeigneten Pflanzenlampen könnte man zwar sogar im fensterlosen Abstellraum Pflanzen anbauen, ich habe aber einfach eine LED-Leuchte in meiner Küche als Arbeitsplatzbeleuchtung installiert und ernte somit direkt vom Topf auf den Teller.

Für alle die zum ersten Mal gärtnern: Man kann viel Vorhandenes nutzen, wie kleine Schälchen und Töpfe oder ausgediente Obstverpackungen als Zimmergewächshaus verwenden, in das man frischen Gesätes bis zur Keimung stellt. Ich nehme gerne ein leeres Einmachglas und stülpe es über einen Blumentopf. Praktisch ist eine feine Gießkanne, die man sich auch leicht selbst basteln kann, indem man mit einer heißen Nadel kleine Löcher in den Deckel einer PET-Flasche piekst. 

Welche essbaren Pflanzen eignen sich für den Anbau in den eigenen vier Wänden, was funktioniert eher nicht?

Carolin Engwert: Da in geschlossenen Räumen Sonnenlicht, Wind und Nützlinge fehlen, bevorzuge ich Arten, die sich schnell entwickeln, also Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten davon wachsen, bevor Probleme überhaupt auftreten. Dazu zählen Blattgemüse und Salate. Mit Geduld gelingen aber auch Wurzelgemüse und mit genug Licht reifen sogar Tomaten oder Chilischoten. Wegen fehlender Insekten als Bestäuber bei Fruchtgemüse ggf. etwas nachhelfen. Oft reicht es, die Pflänzchen während der Blüte sanft zu schütteln. Zusätzlich können Sie mit einem Wattestäbchen über die Blüten streichen und so den Pollen verteilen. Arten, die eine sehr lange Kulturdauer haben und viel Platz benötigen, wie beispielsweise Kartoffeln, Zucchini, Kürbis oder Mais, empfehle ich für die Wohnung nicht.

Was lässt sich aus den selbst geernteten Pflanzen zubereiten?

Carolin Engwert: Für Selbstversorgung reicht der Platz in einer Stadtwohnung logischerweise nicht, man kann jedoch mit kleinem Budget und Aufwand einige Schälchen und Töpfe bepflanzen und so regelmäßig frische Zutaten ernten, um damit zum Beispiel Salate oder Sandwiches aufzupeppen, Omeletts zu füllen. Meine Favoriten sind kleine Radieschen, die ich mitsamt den jungen Blättern für Salate verwende, die Blätter selbst gezogener Süßkartoffeln als Quiche und frische Erbsensprossen zu Toast mit Ei.

Wir empfehlen wärmstens Caros Blog Hauptsdtadtgarten und ihren Instagram-Account

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