Gelebte Vielfalt

Gelebte Vielfalt

Wir stellen zwei integrative Hofprojekte im Landvergnügen vor.

Mehr Land geht nicht – davon ist Anja Prehn überzeugt. Als stellvertretende Werkstattleitung arbeitet sie auf dem Martinshof e.V., einem landwirtschaftlichen Betrieb mit mehreren Geschäftsbereichen, in denen Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten. Fast das gesamte Dorf gehört inzwischen zu dem gemeinnützigen Verein. In alten Bauernhäusern leben die Mitarbeitenden der Werkstätten zusammen.  

Wer als Reisender mit Landvergnügen auf den Martinshof kommt, steht etwas abseits des Geschehens mitten in schönster Natur. Im Hofladen gibt es Holzarbeiten aus der Werkstatt, verschiedene Essigsorten und Marmelade. Dienstags und freitags ist die Bäckerei geöffnet. An diesen Tagen kann Anja Prehn die meisten Besucher verzeichnen – kein Wunder, denn das frische Bio-Brot ist längst kein Geheimtipp mehr.

Landschaftlich könnte es nicht schöner sein: Rad- und Wanderrouten führen am Elbe-Seitenkanal entlang und auch die Lüneburger Heide ist nicht fern. 

Ein ganz ähnliches Konzept verfolgt der Ökohof Kuhhorst in Brandenburg. In den Werkstätten des Demeterhofes arbeiten rund 100 Menschen mit Behinderung. Einige kommen von außerhalb, andere leben in einem Wohnheim auf dem Gelände. Es gibt eine eigene Tierhaltung, darunter Gänse für die Weihnachtszeit, Hühner und Rinder sowie eine eigene Schlachterei. Würste, Fleisch, Schmalz und vieles mehr können Gäste im Hofladen kaufen. Außerdem gib es Mehle aus eigenem Getreideanbau.


Dienstags und mittwochs können Interessierte online einen Termin zum Kuhkuscheln vereinbaren. Wie das abläuft, erklärt Christin Wagner, Leitung der Verwaltung und stellvertretende Betriebsstättenleitung: "Unsere Mitarbeiter erklären erst einiges über die Tiere, danach dürfen die Teilnehmenden streicheln und striegeln, was die zahmen Kühe sehr genießen."

Die positiven Auswirkungen des Tierkontakts auf die Psyche hat sie selbst in ihrer pädagogischen Arbeit erlebt. So kam die Idee auf, das auch für externe Gäste anzubieten. Viele verschenken das Ku(h)scheln auch als Gutschein.

Fotos: Martinshof e.V., Die Kuhhorster